16. Oberberg Klassik „Tour der 1000 Kurven“

16. Oberberg Klassik

Bereits früh am 11. Juli morgens um 8 Uhr kamen die ersten Oldtimerfreaks zum Hallenbad in Lindlar. Dort war und ist traditionell der Treffpunkt zur Papier- und Technikabnahme für die „Tour der 1000 Kurven“ organisiert durch viele Helfer der Renngemeinschaft Oberberg e.V. und den Fahrtleiter Dieter Jokisch. Ursprünglich wollte Jokisch die Oldtimer-Tour nur auf 80 Fahrzeuge begrenzen, doch es kamen immer wieder Anfragen nach einer Teilnahme. Nach Rücksprache mit seinen Vereinskollegen konnte das Starterfeld dann auf 100 Fahrzeuge ausgedehnt werden. „Darüber sind wir sehr froh. Es zeigt, dass dies eine begehrte Veranstaltung ist“, sagte Jokisch stolz. „Obwohl oder vielleicht weil viele anspruchsvolle Aufgaben gestellt werden, haben sich diesmal besonders viele Teilnehmer angemeldet“ so Jokisch weiter.

Im Verlauf der etwa 130 Kilometer langen Strecke fahren die Teams einige Streckenabschnitte anders – je nach Starterklasse. Die touristischen Fahrerteams fuhren anhand eines Boardbuchs, aus dem sie  die Strecke mehr oder weniger entnehmen können. Bei den sportlichen Startern ist das Auffinden der Strecke ein Teil der Aufgabe. Bei bestimmten Streckenabschnitten werden vorgegebene Punkte vorgegeben und  das Team muss die kürzeste Strecke selber finden. Beide Startergruppen müssen sich jedoch an bestimmten Abschnitten kniffeligen Aufgaben stellen, so zum Beispiel den Gleichmäßigkeitsprüfungen. Dabei muss eine bestimmte Strecke innerhalb einer vorgegebenen Zeit befahren werden. Abweichungen werden mit Strafpunkten belegt.

Die Teams kamen überwiegend aus dem Oberbergischen und seinen benachbarten Kreisen. Die Familie Hafner auf ihrem NSU TTS hatte mit einer 700km langen Anfahrt aus Ainring in der Nähe von Berchtesgarden eine etwa 10 stündige Anreise. Doch haben sie es sich nicht nehmen lassen, wieder bei der Tour durch das Oberbergische dabeizusein. So unterschiedlich wie die Herkunftsorte der Teilnehmer war auch die breite Palette der Fahrzeuge. Verschiedene deutsche und amerikanische Limousinen, englische und italienische Sportwagen und Fahrzeuge aus der Nachkriegszeit waren wieder am Start.

Um 9.40 Uhr gab Manfred Kümper, 2. Bürgermeister der Gemeinde Lindlar, den Start für das erste Fahrzeug auf dem Marktplatz in Lindlar frei. Fred Tiebe, Vereinsmitglied der RG Oberberg, stellte die Teams und die Fahrzeuge vor. Trotz der Schulferien und des frühen Samstag morgens fanden sich Automobil-Interessierte ein, um den Start der Oldtimer-Rallye anzuschauen. Kümper zeigte sich begeistert über so viel Interesse an einem Samstag morgen. „Diese Veranstaltung ist eine gute Reklame für die Gemeinde Lindlar“ meinte er, während er die Oldtimer im Minutentakt auf die Strecke schickte.

Vom Lindlarer Marktplatz aus ging es auf den ersten, etwa 60km langen Streckenteil über Ortsteile von Lindlar und Gummersbach zur Mittagspause bei der Erquell–Brauerei in Bielstein. Dort wurden sie ebenfalls von vielen Zuschauern begeistert empfangen. Nachdem die Teilnehmer noch eine letzte Aufgabe erledigen mussten, gab es eine gute Gelegenheit sich bei einem leckeren Mittagessen über die Strecke und die Aufgaben auszutauschen. Pünktlich um 13:30 Uhr startete Monika Schmidt von der RG Oberberg den zweiten Teil. Sie schickte die Teams auf die verbleibenden 70km durch Dieringhausen, Ründeroth an Schloss Gimborn vorbei nach Wipperfürth. In den vergangenen Jahren hatten wegen der wesentlich geringeren Teilnehmerzahl immer alle Fahrzeuge auf dem Marktplatz von Wipperfürth Platz gehabt. In diesem Jahr konnten die Teilnehmer ihr Fahrzeuge nur für etwa eine Stunde dort abstellen. Dann mussten sie das Feld räumen und die anderen Teilnehmer konnten sich eine Verschnaufspause gönnen.

Leider machte das Wetter den Veranstaltern immer wieder einen Strich durch die Rechnung, denn Regenschauer, böiger Wind und Sonnenschein wechselten sich ab. Doch das machte auch den hartgesottenen Cabrio-Fahrern wenig aus. Sie trotzten den Witterungsbedingungen nach bester Manier.

Insgesamt fuhren 95 Teams bei typisch bergischem Wetter die „Tour der 1000 Kurven“. Es gab nur einen technischen Ausfall zu beklagen. Bei der Startnummer 40, Iris und Thomas Falk, war auf dem Weg vom Hallenbad zum Start auf dem Marktplatz der Kupplungszug gerissen. Die beiden machten das Beste aus der Situation: Kurzerhand fuhren sie im Daimler-Benz 180c mit der Startnummer 41 mit und genossen den Ausfahrt durchs Oberbergische einmal aus einer anderen Perspektive.

Die Klasse T1 (Touristische Gruppe mit Fahrzeugen bis Baujahr 1971) war mit 33 Teilnehmern am stärksten besetzt. Hier gewannen Horst Backmann/Kunibert Wilmes (Startnummer 45) aus Olpe auf einem Auto Union 1000S Baujahr 1961. Marinanne Scheil und Wolfgang Grosalski (Startnummer 44) aus Wipperfürth belegten den beachtlichen 4. Platz. In der Klasse T2 (Touristische Gruppe mit Fahrzeugen ab Baujahr 1971) gingen 25 Teams an den Start. Die Klassensieger Dr. Franz Severin/Gerdi Severin (Frielingsdorf) aus dem Vorjahr konnten ihren Erfolg nicht wiederholen. Sie mussten sich mit dem 7. Platz begnügen. Die Klassensieger 2009 stammen aus Iserlohn und heißen Rene und Rüdiger Brune (Startnummer 73).

In der Klasse S1 (Sportliche bis Baujahr 1971) waren insgesamt 19 Teams unterwegs. Hier gewannen Elke und Thorsten Wirths aus Odenthal auf einem Opel Manta A (Startnummer 22). Die Klasse S2 (Sportliche Gruppe, Fahrzeuge ab Baujahr 1972) beherbergte 16 Teams. Das Team Heinrich Graeff und Jürgen Kohlmann (Startnummer 18) aus Nümbrecht musste sich knapp geschlagen geben und wurden zweite hinter dem Gesamtsiegerteam Jochen Verfürth (Kleve) und Dieter Göbel (Attendorn) mit der Startnummer 5.

Weitere Informationen und die Ergebnisse findet man auf der Webseite der Renngemeinschaft Oberberg e.V.

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