Getragen von den Zuschauern durch den Halbmarathon

Getragen von den Zuschauern durch den Halbmarathon

„Alles fing damit an, dass ich mit dem Kinderwagen zum Diskounter gewalkt bin. Aber irgendwann reichte das nicht mehr und die Distanzen wurden länger.“

Als sich Britta zu einem Bootcamp bei Markus Raatz angemeldet hatte, rückte der Gedanke zur Teilnahme an einem Wettkampf in den Fokus. Erste Erfahrung sammelte die Ründerotherin bei verschiedenen Laufveranstaltungen im Oberbergischen. Zuerst kleine Firmenläufe, dann die Starts über mittlere Distanzen bei Lindlar Läuft und Lauf Rund um Schloss Ehreshoven dienten dazu, erste Wettkampferfahrung zu sammeln. Schließich kam der Kölner Brückenlauf.

„Ich habe mir Gedanken über die Menschenmassen gemacht. Beim Firmenlauf ist das mehr ein Stolpern über die Strecke. Das hat mir Angst gemacht.“ Da war der Kölner Brückenlauf über 15km ein guter Test. „Der Brückenlauf hat mir die Angst genommen und meine Achtung vor der Deutzer Brücke gestärkt.“

Aber Britta wollte mehr. Am 2.10.2016 war es soweit. Sie fuhr zusammen mit ihrem Mann zum ersten Halbmarathon ihres Lebens beim 20. Köln Marathon. „Schaffen werde ich das ganz sicher, ich bin diese Distanz schon im Training gelaufen. Aber nervös bin ich.“

In der Startaufstellung vor dem Deutzer Bahnhof zeigte sich keine Fünkchen Nervosität. Britta war motiviert und wollte am liebsten sofort loslaufen. Obwohl der Start des Halbmarathons um 8:30 Uhr war, konnte sie im grünen Block erst gegen 8:50 Uhr starten. Von blauem Himmel, Sonnenschein und Konfettiregen begleitet lief sie in einem Feld von 14785 Halbmarathon Läufern – einem neuen Rekord beim Halbmarathon.

Die Strecke führte Britta bei KM 3 über die Deutzer Brücke wo sie das Postkartenpanorama mit Blick auf den Kölner Dom und die Altstadt genießen konnte. Bei KM 8 wartete Trainer Markus Raatz. Er begleitete Britta rund einen Kilometer und verschaffte ihr „pure Motivation“. Am Friesenplatz bei KM 13 bzw. 18 sollte sie laut Veranstalter des Köln Marathon „ein Feeling wie in Alpe d’Huez“ erwarten dürfen. Hier stand Brittas Familie und feuerte sie an. „Der Einlauf auf den Friesenplatz – da war ich den Tränen nahe, tolles Gefühl und tolle Atmospähre. Eben Karneval pur in der Hofburg.“

Zwischen KM 18 und 19 musste Britta mit sich kämpfen. Sie hatte sich vorgenommen, den Halbmarathon in weniger als zwei Stunden zu laufen. Aber an diesem Punkt der Strecke fühlte sie ihre Beine. Der Einlauf über die Hohe Straße Richtung Dom ließ alle Anstrengung vergessen. Die Zuschauer klatschen und feuerten sie an. „Ich wurde von den Zuschauern auf den letzten Metern förmlich ins Ziel getragen“, resümierte sie im Ziel. Mit ihrer Nettozeit von 1:59:56 hatte sich auch ihr größte Wunsch erfüllt: den Halbmarathon beim Jubiläum des 20. Köln Marathon in weniger als 2 Stunden zu bewältigen.

 Getragen von den Zuschauern durch den Halbmarathon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.